L.A. Noire – Eindruck
Nach langer, langer Zeit habe ich es auch endlich geschafft, dass sich auch LA Noire bei mir im Laufwerk der Playstation 3 dreht. Immerhin 3 Monate nach der Veröffentlichung im Mai 2011.
Es ist in der Tat ein einzigartiges Spiel, denn LA Noire legt, im Gegensatz zu sonstigen Spielen von Rockstar, wie Grand Theft Auto 4 oder Red Dead Redemption, den Fokus des Spiels auf die Spurensuche und Gespräche mit Verdächtigen, anstatt sich auf die Actionanteile zu konzentrieren. Wobei das Spiel auch nur von Rockstar produziert wurde, programmiert jedoch von Team Bondi.
Aber der Reihe nach: Worum geht es überhaupt bei L.A. Noire?
Das Spielgeschehen ist in den späten 1940'ger Jahren angesiedelt, kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Ihr übernehmt die Rolle von Cole Phelps, welcher gerade beim Los Angeles Police Department anfängt. Zu Beginn des Spiels seit ihr Streifenpolizist, und erarbeitet euch nach und nach Aufgaben bei immer anderen Abteilungen der Polizei.
Die Haupt-Story entwickelt sich immer im gleichen Stil fort und ist in verschiedene Fälle unterteilt, etwas was auch gerade dem Gelegenheitsspielern wie mir entgegen kommt, da man in einer Spiel-Session die in sich abgeschlossene "Fälle" spielen kann, und damit einen guten Anfangs- und Endpunkt hat. Pro Abteilung die man durchläuft hat man ungefähr 5-6 Fälle an denen man arbeitet, insgesamt gibt es 21 Fälle.
Ablauf der Fälle
Zu Beginn eines Falles gibt es immer ein kleines Video, welches einem die Tat näher bringt, ähnlich wie die Einführung in einer Fernsehkrimi-Folge, man den Täter aber nicht erkennen kann. Danach folgt ein Briefing in der Polizeiwache, wo einem der entsprechende Fall, mit ein paar weiteren Fakten garniert, zugeteilt wird. Mit seinem jeweiligen Partner macht man sich dann auf den Weg zum Ort des Verbrechens und untersucht diesen gründlich. Dazu gibt es 2 Hilfen in der Spielmechanik. Einerseits läuft eine Melodie im Hintergrund die euch andeutet, dass es immer noch weitere Hinweise an diesem Ort gibt, so lange ihr nicht alle relevanten Hinweise gefunden habt. Die 2. Mechanik ist ein Vibrieren des Controllers sobald ihr euch in der Nähe eines potenziell interessanten Gegenstandes, bzw. Hinweises befindet. Jedoch gib
t es auch eine ganze Reihe von nutzlosen Hinweisen. Insgesamt ist das Vibrieren des Controllers eine sinnvolle Hilfe, da man ansonsten leicht einige Hinweise verpassen würde, da man Sie einfach nicht sieht. Falls Ihr etwas gefunden habt, müsst ihr im Zweifelsfall das jeweilige Beweisstück noch einmal detaillierter untersuchen. Dieser Teil des Spiels ist sehr "entschleunigt" und war mir persönlich teilweise etwas zu undynamisch, da man am Anfang erst einmal den Tatort sehr gründlich und manchmal auch langatmig untersuchen muss.
Neben der Suche nach Beweisstücken und Hinweisen ist der zweite wiederkehrende Aspekt eines jeden Falles die Befragung von Verdächtigen und Zeugen. Hier brilliert auf jeden Fall die Grafikengine, da die Gesichter und auch die Mimik von Personen sehr gut imitiert wird, oftmals etwas überzeichnet, dies ist jedoch auch nötig, da der Spieler nach jeder Frage entscheiden muss ob der Gesprächspartner die Wahrheit gesagt hat, ob man dies bezweifelt oder gar mit Hilfe eines Beweisstückes der Lüge überführen kann. Oftmals fällt einem die Entscheidung auch schwer, so dass man verdiente "Intuitionspunkte" einsetzen kann, um zum Beispiel eine falsche Antwort wegfallen zu lassen.
Des Öfteren gibt es dann auch kleinere Action-Passagen, wie Verfolgungsjagden in Autos, zu Fuß Verdächtige verfolgen und stellen oder Schußwechsel, diese dominieren jedoch nicht die Fälle, sondern sind eher in diese eingestreut, manchmal stellt sich das Gefühl ein, dass man diese gar nicht gebraucht hätte, sich vielleicht noch stärker auf seine Stärken konzentrieren hätte sollen, aber diese Einlagen lockern gleichzeitig den Spielfluss auch nochmal wieder auf, so dass der Spielablauf nicht übermäßig repitiv wird.
Und was gibt es sonst so?
Neben den Fällen kann man im Los Angeles der 40'ger Jahre noch einiges anderes unternehmen. So kann man nach allen 90 Autos suchen, die es in der Stadt gibt, oder aber 13 Zeitungen sammeln, die weitere Details aus der Hinterg

Eine der sammelbaren Zeitungen im Spiel.
rundgeschichte verraten. Es gibt 40 Straßenverbrechen, die aber primär auf Konflikt aus sind, oder Goldene Filmrollen, die man sammeln kann. Eines ist diesen zusätzlichen Elementen aber gemein: Sie wirken aufgesetzt und im Nachhinein implementiert. Am Besten finde ich noch die Zeitungen, da Sie eine überschaubare Anzahl sind, und gleichzeitig eine interessante, neugierig machende Geschichte erzählen.
Abschließendes
Ja, die Spielmechanik ist etwas repetitiv. Aber das ist egal, denn LA Noire ist etwas ganz eigenes.
Kein klassisches Action Spiel, kein GTA IV und auch kein RDR, sondern förmlich ein Staffel Fernsehkrimi zum Mitspielen. Jeder Fall eine eigene Folge. Die Geschichten und Fälle sind wunderbar erzählt, die Charaktere auf die man trifft sind oft glaubwürdig und wirken nicht nur auf Grund Ihrer Mimik, sondern auch auf Grund Ihrer (zugegebenermassen englischen) Sprachausgabe realistisch und "echt". LA Noire ist brilliert in der Erzählweise und der Geschichte, nicht jedoch in der Spielmechanik. Diese könnte vielen Leuten zu simpel sein. Mich jedoch hat die Geschichte gefangen genommen, daher verdient sich das Spiel auf jeden Fall meine Empfehlung.


